Grippe- und RSV-Impfung 2026/2027: Wer sollte sich schützen?

Mit Beginn der kalten Jahreszeit steigt das Risiko für Atemwegsinfektionen. Besonders für ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen können Grippe (Influenza) und Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) ernsthafte gesundheitliche Folgen haben.
Die Grippeschutzimpfung und die RSV-Impfung können das Risiko schwerer Krankheitsverläufe deutlich reduzieren. Doch für wen werden die Impfungen empfohlen, worin unterscheiden sie sich und wann ist der richtige Zeitpunkt?
Wir informieren Sie über die Impfempfehlungen für die Saison 2026/2027 und erklären, welche Personengruppen besonders von einem Impfschutz profitieren können.
Warum sind Schutzimpfungen im Herbst besonders wichtig?
In den Herbst- und Wintermonaten verbreiten sich Atemwegsviren besonders häufig. Während viele Infektionen unkompliziert verlaufen, können Influenza- und RSV-Erkrankungen bei bestimmten Personengruppen schwere Komplikationen verursachen.
Dazu gehören insbesondere Lungenentzündungen und die Verschlechterung bereits bestehender Herz- oder Lungenerkrankungen.
Entscheidend ist deshalb, welche Schutzimpfungen aufgrund des Alters und des individuellen Gesundheitszustandes empfohlen werden.
Grippeschutzimpfung 2026/2027 – für wen ist sie empfohlen?
Die echte Grippe (Influenza) ist eine durch Influenzaviren ausgelöste Infektionskrankheit. Sie kann mit hohem Fieber, starken Gliederschmerzen, Husten und ausgeprägter Erschöpfung einhergehen.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die jährliche Grippeschutzimpfung insbesondere für:
- Menschen ab 60 Jahren
- Schwangere, in der Regel ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, bei bestimmten chronischen Erkrankungen bereits früher
- Menschen mit chronischen Erkrankungen, beispielsweise Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Lungenerkrankungen oder Immunschwäche
- Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeeinrichtungen
- Medizinisches Personal und Personen mit beruflich erhöhtem Infektionsrisiko
- Menschen, die gefährdete Personen betreuen, wenn diese ein erhöhtes Risiko haben
Warum muss die Grippeimpfung jährlich wiederholt werden?
Influenzaviren verändern sich fortlaufend. Deshalb wird die Zusammensetzung der Impfstoffe regelmäßig an die voraussichtlich zirkulierenden Virusvarianten angepasst.
Für einen möglichst guten Schutz ist daher eine jährliche Impfung sinnvoll.
Für Menschen ab 60 Jahren empfiehlt die STIKO besonders wirksame Impfstoffvarianten, darunter Hochdosis- und bestimmte wirkverstärkte Influenza-Impfstoffe.
RSV – eine Atemwegsinfektion, die auch Erwachsene betrifft
RSV steht für Respiratorisches Synzytial-Virus. Der Erreger verursacht Infektionen der Atemwege und ist vor allem im Zusammenhang mit Erkrankungen bei Säuglingen bekannt.
Weniger bekannt ist, dass RSV auch für ältere Erwachsene und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen gefährlich werden kann.
Eine Infektion kann zunächst wie eine gewöhnliche Erkältung beginnen. Bei einem schweren Verlauf können jedoch die unteren Atemwege betroffen sein, beispielsweise in Form einer Bronchitis oder Lungenentzündung.
Für wen wird die RSV-Impfung empfohlen?
Die STIKO empfiehlt die RSV-Impfung für Erwachsene in folgenden Fällen:
1. Alle Menschen ab 75 Jahren
Ab dem 75. Lebensjahr wird die einmalige RSV-Impfung unabhängig von bestehenden Vorerkrankungen empfohlen.
2. Menschen zwischen 60 und 74 Jahren mit bestimmten schweren Grunderkrankungen
Hierzu gehören beispielsweise schwere Formen von:
- Chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Chronischen Lungenerkrankungen wie COPD
- Chronischen Nierenerkrankungen
- Diabetes mellitus mit Komplikationen
- Bestimmten neurologischen Erkrankungen
- Schwerer Immunschwäche
3. Menschen ab 60 Jahren in Pflegeeinrichtungen
Auch für Personen ab 60 Jahren, die in einer Pflegeeinrichtung leben, wird die RSV-Impfung empfohlen.
Wichtig: Nicht jede chronische Erkrankung führt automatisch zu einer Impfempfehlung. Entscheidend sind unter anderem der Schweregrad und das individuelle Risiko.
Grippe- und RSV-Impfung – die wichtigsten Unterschiede
Grippeschutzimpfung:
- Schützt vor Influenzaviren
- Wird insbesondere für Menschen ab 60 Jahren und bestimmte Risikogruppen empfohlen
- Muss jährlich wiederholt werden
- Idealer Impfzeitraum: Oktober bis Mitte Dezember
RSV-Impfung:
- Schützt vor dem Respiratorischen Synzytial-Virus
- Wird allgemein ab 75 Jahren empfohlen
- Ab 60 Jahren bei bestimmten schweren Grunderkrankungen oder bei Leben in einer Pflegeeinrichtung empfohlen
- Wird nach aktueller Empfehlung einmalig durchgeführt
- Idealer Impfzeitraum: September bis Anfang Oktober
Können beide Impfungen gleichzeitig durchgeführt werden?
Grundsätzlich können die Grippe- und RSV-Impfung bei entsprechender Indikation auch am selben Termin verabreicht werden.
Ob dies individuell sinnvoll ist, wird im ärztlichen Gespräch unter Berücksichtigung des Gesundheitszustandes, möglicher Nebenwirkungen und des Impfstatus entschieden.
Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Beide Impfungen sind in der Regel gut verträglich. Wie bei anderen Schutzimpfungen können vorübergehende Reaktionen auftreten, beispielsweise:
- Schmerzen oder Rötungen an der Einstichstelle
- Müdigkeit
- Kopf- oder Muskelschmerzen
- Leicht erhöhte Temperatur
Diese Beschwerden klingen meist innerhalb weniger Tage ab. Schwere Nebenwirkungen sind selten. Über individuelle Risiken und mögliche Gegenanzeigen informiert Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Ist eine Impfung im November noch sinnvoll?
Ja. Auch wenn der ideale Zeitpunkt für die RSV-Impfung bereits im Frühherbst liegt, kann eine Impfung während der laufenden Saison noch sinnvoll sein.
Die Grippeschutzimpfung wird vorzugsweise zwischen Oktober und Mitte Dezember durchgeführt. Auch eine spätere Impfung kann abhängig vom Verlauf der Grippesaison noch einen Nutzen haben.
Der Körper benötigt nach der Impfung in der Regel etwa zwei Wochen, um einen ausreichenden Impfschutz aufzubauen.
Gut vorbereitet zur Impfung
Bitte bringen Sie zu Ihrem Impftermin folgende Unterlagen mit:
- Ihren Impfpass
- Ihre Versichertenkarte
- Falls vorhanden, wichtige Informationen zu Ihren Vorerkrankungen und regelmäßig eingenommenen Medikamenten
Bei einer akuten schweren Erkrankung oder hohem Fieber sollte vor der Impfung ärztlich geklärt werden, ob der Termin verschoben werden muss. Eine leichte Erkältung ist dagegen nicht grundsätzlich ein Hindernis.
Individuelle Impfberatung in Ihrer Hausarztpraxis
Welche Impfungen für Sie sinnvoll sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben Ihrem Alter spielen insbesondere chronische Erkrankungen, regelmäßig eingenommene Medikamente und Ihr bisheriger Impfstatus eine Rolle.
In der Praxis am Schweizer Platz in Frankfurt-Sachsenhausen beraten wir Sie gerne zu den aktuellen Impfempfehlungen und überprüfen Ihren individuellen Impfstatus.
Gerade im Rahmen einer internistischen oder hausärztlichen Betreuung bietet sich die Gelegenheit, den Impfschutz regelmäßig zu überprüfen.
Sie möchten wissen, ob eine Grippe- oder RSV-Impfung für Sie empfohlen wird? Vereinbaren Sie gerne einen Termin zur persönlichen Impfberatung.
